SP3: Molekulare Anpassung an kontrastierende Stressregime
SP3 leitet die Diversitätsscreening-(DS)-Aktivitäten und führt hochdichte Genotypisierungen sowie transkriptomische Analysen von 600 unterschiedlichen europäischen und afrikanischen Mais-Inzuchtlinien durch. Durch die Untersuchung der durch kleine RNAs regulierten Plastizität der Genexpression sowie historischer Signaturen polygenetischer Anpassung zeigt SP3 auf, wie sich unterschiedliche Maispopulationen an stark divergierende Umweltbedingungen angepasst haben. Die von SP3 identifizierten genotypischen Parameter, Allele und stressresponsiven Gen-Netzwerke bilden den zentralen biologischen Code, der anschließend in die Pflanzenwachstums-Simulationsalgorithmen von SP6 integriert wird.
Projektbeschreibung
Der Klimawandel und die sich wandelnden agrarischen Herausforderungen erfordern die Entwicklung resilienter Kulturpflanzen, die mehreren abiotischen und biotischen Stressfaktoren standhalten können. Gleichzeitige Stresssituationen, wie etwa Trockenheit in Kombination mit Pathogendruck, treten zunehmend häufiger auf, dennoch sind die genetischen Mechanismen, die Toleranz oder Resistenz unter solchen komplexen Bedingungen ermöglichen, bislang nur unzureichend verstanden. Dieses Projekt adressiert diese Wissenslücke, indem es die genetischen, transkriptomischen und post-transkriptionalen Regulationsgrundlagen der Reaktion und Anpassung von Mais an kombinierte Umweltstressfaktoren untersucht.
Unser Ansatz integriert historische Selektion und Anpassung mit experimentellen Daten, um die molekularen Grundlagen von Stressreaktionen zu entschlüsseln. Dabei werden polygenetische Signaturen von Selektion und Anpassung in genetisch diversen Populationen aus gemäßigten und tropischen Mais-Inzuchtlinien untersucht und mittels genomweiter Assoziationsstudien (GWAS) mit Merkmalen der Stresstoleranz verknüpft. Parallel dazu wird die transkriptomische Plastizität sowie die Variabilität der Stressantwort in diesen Inzuchtlinienpopulationen analysiert.

Zusätzlich werden die sechs kommerziellen Hybride aus dem Zentralexperiment der Forschungsgruppe genutzt, um die Regulation der Genexpression unter kontrollierten Feldbedingungen und bei gleichzeitiger Exposition gegenüber mehreren Stressfaktoren detailliert zu charakterisieren. Hierfür kommen Hochdurchsatz-Sequenzierungstechnologien wie 3′-DGE, mRNA-Seq, sRNA-Seq sowie Degradom-Sequenzierung zum Einsatz, um transkriptionelle Reaktionen zu erfassen und regulatorische Mechanismen aufzudecken. Diese Daten sowie GWAS-Analysen dienen der Identifikation zentraler Regulatoren wie Transkriptionsfaktoren und sRNA-Zielgenen und liefern damit Einblicke, wie die Genexpression zur Anpassung und Leistungsfähigkeit unter einzelnen sowie kombinierten Stressbedingungen moduliert wird. Im Hinblick auf die geplante Phase 2 der Forschungsgruppe werden beide Datensätze in enger Zusammenarbeit mit dem Teilprojekt zur Pflanzenmodellierung (SP6) genutzt, um zentrale genetische Parameter für die Entwicklung integrierter biophysikalischer Pflanzenmodellierungsansätze zu definieren. Darüber hinaus trägt die genetische Information zur Auswahl experimenteller Hybride bei, die auf hohe genetische Diversität und kontrastierende Stressreaktionen optimiert sind, um das Spektrum identifizierbarer stressbezogener Mechanismen zu erweitern.
Forschungsteam SP3

Prof. Scholten, PI
Nutzpflanzengenetik

Prof. Stetter, PI
Ökologie und Genomik UoC

Dr. Bulli, CoPa
JOOUST

Dr. Magwanga, CoPa
JOOUST

PhD
Nutzpflanzengenetik

PhD
Ökologie und Genomik UoC

TA
Nutzpflanzengenetik
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Entdecken Sie das zentrale Projekt, das Koordinationsprojekt und 6 Teilprojekte

ZP – Zentrales Projekt
Experimentierung, Datenhub und Synthese der Ergebnisse

SP1
Auswirkungen von Stress-Genotyp-Interaktionen auf die ober- und unterirdische Kohlenstoffallokation, die Nährstoffnutzungseffizienz und Prozesse in der Wurzeltiefe

SP2
Untersuchung der physiologischen, biochemischen und molekularen Reaktionen von Mais auf gleichzeitige biotische und abiotische Stressfaktoren

SP3
Molekulare Anpassung an kontrastierende Stressregime

SP4
Kombinierte Auswirkungen von Stängelbohrern und abiotischen Stressfaktoren auf kommerzielle Maishybriden

SP5
Kombinierte Effekte von Setosphaeria turcica und abiotischen Stressfaktoren auf Maisgenotypen

SP6
Integration der Genetik in Pflanzenwachstumsmodelle zum Verständnis der Genotyp-Reaktion auf kombinierte (abiotische + biotische) Stressfaktoren und Synthese von Modellierungen

COP – Koordinationsprojekt
Strategie, Dissemination und Kapazitätsaufbau











