MultiStress – Wirkungen und Mechanismen Gleichzeitig Auftretender, Multipler Abiotischer und Biotischer Stressinteraktionen im Maisanbau 

The DFG Research Unit (RU) 6101 investigates the complex interactions of combined abiotic and biotic stress factors in order to secure global food production across temperate and tropical environments. The RU pioneers climate-resilient agriculture through revolutionising the mechanistic understanding of the interactions between abiotic and biotic stress in maize, targeting the field scale. To this end, it integrates knowledge from the genetic to the ecophysiological level, combining field trials, high-throughput multi-omics, and process-based crop modelling.

Verständnis der Komplexität gleichzeitig auftretender Stressfaktoren

MultiStress FOR betreibt innovative Forschung zu Wechselwirkungen gleichzeitig auftretender multipler abiotischer und biotischer Stressfaktoren und deren Auswirkungen im Maisanbau. Diese Forschung hat das Potenzial, das mechanistische Verständnis multipler Stressinteraktionen auf Feldebene zu revolutionieren, und damit neue Ansätze in den Nutzpflanzenwissenschaften einzuführen.

Da die fortschreitende globale Erwärmung weltweit zunehmend zu multiplen Stresssituationen auf Ackerflächen führt, ist diese Forschung für Landwirt:innen wie für Vebraucher:innen von höchster Relevanz, da sie dazu beiträgt, die möglichen massiven Ertragsverluste zu minimieren, indem sie erforderliche Informationen für die Züchtung multistress-resilienter tropischer und temperater Maisvarietäten liefert. Damit leistet sie einen maßgeblichen Beitrag, um den drängenden Herausforderungen der globalen Ernährungssicherung und des Klimawandels zu begegnen. Um einige der zentralen Wissenslücken zu schließen, führen wir ein koordiniertes Forschungsprogramm durch, in dem wir untersuchen, wie sich die kombinierten Effekte von Trockenstress und Stickstoffmangel zusammen mit der Blattkrankheit Setosphaeria turcica sowie dem Stängelbohrer unter Feldbedingungen auf Wachstum, Ertrag und Strohqualität von Mais auswirken. Zur Verbesserung unseres mechanistischen bzw. prozessbasierten Verständnisses dieser Wechselwirkungen – von der genetischen über die biochemische bis hin zur ökophysiologischen bzw. Feldebene – werden experimentelle Plattformen in Deutschland und Kenia eingerichtet, um systematische Feldversuche zu den multiplen Stressinteraktionen von Mais-Hybriden (unter Rain-Out Shelters, ROUTS) durchzuführen. Parallel dazu werden Diversitäts-Screenings sowie ergänzende Experimente unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt.

In den Zentralexperimenten (CE) werden sechs sorgfältig ausgewählte kommerzielle Mais-Hybride in den ROUTS in Deutschland (DE) und Kenia (KE) über drei Vegetationsperioden hinweg untersucht. Dies ermöglicht einen Vergleich der Stressreaktionen von Maishybriden aus gemäßigten und tropischen Klimazonen unter unterschiedlichen Umweltbedingungen. Die CE-Experimente werden durch Diversitäts-Screenings im Gewächshaus und im Feld ergänzt, um die Variabilität von Stressreaktions-Mechanismen in genetisch hochdiversen Maispopulationen zu erfassen. Dabei kommen Hochdurchsatz-Transkriptomik sowie Metabolomik zum Einsatz. Bei den untersuchten diversen Mais-Populationen handelt es sich um experimentelle Mais-Hybride, die von der FOR aus 2 x 300 (tropischen und temperaten) Inzuchtlinien entwickelt werden.

Eng verbunden mit diesen Experimenten und Messprogrammen bildet die prozessbasierte Simulation von Pflanzenwachstum und -ertrag die zweite Hauptsäule unserer Forschung. Pflanzenwachstumsmodelle ermöglichen die Integration neuer empirischer Erkenntnisse – gewonnen auf verschiedenen Organisationsebenen (von der genetischen bis zur ökophysiologischen Ebene) – mithilfe von mathematischen Gleichungen (formalisiertes Wissen) in prozess-basierte, dynamische Systemmodelle für den Pflanzenbestand. Nur nach erfolgreicher Validierung dieser Systemmodelle können sie für die räumliche und zeitliche Extrapolation der neuen Erkenntnisse angewendet werden.

Diese Formalisierung unseres verbesserten, interdisziplinären mechanistischen bzw. prozessbasierten Verständnisses der Wechselwirkungen multipler Stressfaktoren auf Feldebene ermöglicht eine Quantifizierung der Gesamtwirkungen kombinierter (abiotischer + biotischer) Stressfaktoren auf die Pflanzenphysiologie und Produktivität (Kornertrag, Biomasse, Korn- und Strohqualität, Nährstoff- und Wassernutzungseffizienz etc.). Damit wird es möglich, die Grundhypothesen der Forschungsgruppe (FOR) auf breiter Basis zu testen. Die Formalisierung in Form von Systemmodellen erfordert, dass neue, aus Experimenten abgeleitete Modellierungsroutinen (Algorithmen, die formalisiertes Wissen repräsentieren) zu abiotischen + biotischen Stressinteraktionen in bestehende prozessbasierte Pflanzenwachstumsmodelle integriert werden. Die „Basismodelle“ müssen sich als geeignet erweisen, Wasser- und Stickstoffdynamik von Maisbeständen robust abzubilden. Das daraus resultierende MultiStress crop model kann nach erfolgreicher Validierung eingesetzt werden, um die grundlegenden Hypothesen der Forschungsgruppe in silico zu testen und die Planung weiterer Experimente zu unterstützen. Das neu gewonnene (formalisierte) Wissen kann vor allem dazu genutzt werden, vielversprechende Merkmale für die Züchtung stresstoleranter Pflanzen zu identifizieren. Diese Merkmale können bei der Ideotypisierung multi-stress resilienter Maissorten eingesetzt werden, die unter zukünftigen Szenarien bzw. "Ziel-Umwelten" (i.e. target environments) eine effektive Klimaanpassung gewährleisten können – sowohl in gemäßigten als auch in tropischen Klimazonen (wie für Phase 2 der Forschungsgruppe vorgesehen).

Mehrfach gestresster Mais

Diagram showing factors affecting maize—Setosphaeria infection, stem borer damage, water and nitrogen deficits—impacting defence mechanisms and crop yield, modelled to support climate-resilient agriculture and food security.

MultiStress Forschungsnachrichten

Geplante Events

01.- 03.09.2026
Konferenzbeitrag: GPZ in Halle (Saale), Deutschland
Beiträge von MultiStress zu GPZ
10.09.2026
Deutsches Mais Komittee in Göttingen, Germany
Übersicht über die MultiStress FOR
16.-18.09.2026
Konferenzbeitrag: Tropentag 2026 (TT26) in Göttingen, Deutschland
Workshop zur erhöhten Resilienz multifunktionaler Mais-Kleinbäuer:innen-Systeme in den Tropen organisiert von Issaka Abdulai, Irsa Ejaz & Habib ur Rahman
06.-08.10.2026
Kick-Off in Siaya/Bondo, Kenya
Treffen der gesamten FOR und Start der Feldexperimente in Kenia
22.-27.02.2027
Konferenzbeitrag: AgMIP 11 am ILRI in Nairobi, Kenia
Satelliten-Meeting AgMIP-Mais. Vortrag von Prof. Rötter, Dr. ur Rahman & M. Mugarura zum geplanten MultiStress-Mais-Modellvergleichsexperiment zu Wasser- und Stickstoffdynamiken
19.-22.04.2027
6th Global Food Security Conference in Wageningen UR, Niederlande
Vorträge dazu, wie Ernährungssysteme nachhaltig und resilient gegenüber Schocks und Stressoren gestaltet werden können
09.-11.06.2027
7th European Maize Meeting in Lyon, France
Präsentationen zu MultiStress
07.-09.09.2027
Konferenzbeitrag: Gesellschaft für Pflanzenbauwissenschaften e. V. in Hohenheim, Deutschland
Keynote von Prof. Rötter zur Etablierung einer verknüpften Modellierungs- und Experimentierplattform für Mais
Forschungseinheitsmetriken

MultiStress im Überblick

Antragstellende (PIs)
Mitantragstellende (Co-PIs)
Kollaborationspartner :innen
Promovierende
Feldversuchsstandorte
Anzahl der Rain out shelter (ROUTS)

MultiStress wird von der Universität Göttingen koordiniert. Gemeinsam mit 10 weiteren Forschungseinrichtungen werden wir das mechanistische Verständnis gleichzeitiger multipler abiotischer und biotischer Stressinteraktionen sowie deren Auswirkungen bei Mais auf Feldebene in tropischen und gemäßigten Regionen maßgeblich verbessern/erneuern.

Schnellnavigation → MultiStress Forschungsverbund (FOR 6101)

Machen Sie sich vertraut mit dem Zentralen Projekt, dem Koordinationsprojekt und den 6 Teilprojekten.

A glasshouse showcasing climate-resilient agriculture, with tall green plants inside, two large water tanks on either side, and a partly cloudy sky above.

ZP – Zentrales Projekt

Microscopic view of a plant root with thin, branching root hairs against a light pink background, highlighting structures crucial to ecophysiology and Multi-Stress Research.

SP1

A potted maize plant is positioned in front of a black backdrop, with a camera on a tripod set up to photograph it in a glasshouse for ecophysiology research.

SP2

Several potted maize plants growing in a controlled environment chamber with green trays and reflective metal walls, supporting MultiStress Research and crop modelling studies.

SP3

A close-up of a green leaf with round holes and bite marks, held by a brown clip—an example studied in MultiStress Research to advance climate-resilient agriculture, with potted plants blurred in the background.

SP4

Close-up of a maize leaf with brown streaks and discolouration, indicating signs of disease or stress—valuable insight for MultiStress Research and climate-resilient agriculture—with other maize plants and a clear sky in the background.

SP5

A dirt path runs between tall rows of green maize plants under a clear blue sky, highlighting the role of crop modelling in advancing food security.

SP6

People sit around tables in a library or meeting room, attending a hybrid meeting with several participants visible on a large screen via video call, discussing topics like climate-resilient agriculture and food security.

COP – Koordinationsprojekt

Einige Forschungseindrücke